Germania Hamm gewinnt Alte Herren-Stadtmeisterschaft
HALLENFUSSBALL Packendes Finale gegen den Türkischen SC Hamm
Westfalia Rhynern sichert sich Rang drei gegen TuS Lohauserholz
HAMM Der SVA Bockum-Hövel wurde bei den 17. Alte Herren-Stadtmeisterschaften entthront. Nach vier Titeln in den vergangenen fünf Jahren kam für die gastgebenden „Old Gentlemen“ das Aus bereits in der Zwischenrunde. Dafür gelang Germania Hamm nach 2001 zum zweiten Mal der Titelgewinn durch einen 3:1-Finalsieg gegen den favorisierten TSC Hamm.
Das erste Halbfinale zwischen Westfalia Rhynern und dem Türkischen SC begann verhalten. Beide Mannschaften waren darum bedacht, Ruhe und Kontrolle in die eigenen Aktionen zu bekommen. Einen Abwehrfehler der Westfalia nutzte Jussef Chamlali zum 0:1 (6.). Der TSC kontrollierte nun die Partie, wogegen es Rhynern nicht gelang, sich Chancen zu erspielen. Ertan Öztürk (9.), Erdal Akyüz (13.) und Erol Akyüz bauten den Vorsprung auf 4:0 aus, ehe Rhynern noch einmal zurück ins Spiel fand. Die Treffer von Marco Liedtke (16.), Tobi Tönnies (18.) und Karsten Franke (20.) kamen aber zu spät, um den Finaleinzug des TSC noch zu gefährden.
Im zweiten Semifinale sah der TuS Lohauserholz gegen Germania Hamm bereits wie der sichere Sieger aus. Mit viel Offensivgeist gestartet ging der TuS in der 3. Minute durch Jens Neumuth in Führung. Ein Eigentor der Germanen (7.) und ein Treffer von Timo Becker nach tollem Hackentrick von Thorsten Hoppe sorgten für ein 3:0 (12.). Die Germanen bewiesen jedoch Moral und kämpften sich ins Spiel zurück. Nach einem Eigentor von Lohauserholz (13.) gelang Michael Müller nach einem sehenswerten Spielzug der 3:2-Anschlusstreffer (15.) und nur eine Minute später markierte Joe Lohse den Ausgleich. Im Neunmeterschießen versagten bei Thorsten Hoppe und Andreas Guidotti die Nerven, wogegen auf Seiten der Germania nur Joe Lohse vergab.
Die Begegnung um Rang drei zwischen Westfalia Rhynern und Lohauserholz nahm erst langsam Fahrt auf. Beim TuS war nach der kurzen Verschnaufpause und der verspielten Führung im Halbfinale ein wenig die Luft heraus. Rhynern ging jeweils nach Ecken durch Tobi Tönnies (6.) und Marco Liedtke (9.) sowie einem Distanzschuss von Karsten Franke (14.) mit 3:0 in Führung. Lohauserholz gelang kurz vor dem Ende lediglich noch der Ehrentreffer durch Jörg Fiebig (18.).
Für das Finale hatte zu Turnierbeginn wohl niemand das Überraschungsteam von Germania Hamm auf dem Zettel. Und zu Beginn sah es auch nach einem Erfolg für den TSC Hamm aus, der durch Hamza Beldag den ersten Treffer erzielte (2.). Der Ausgleich folgte aber postwendend durch den starken Michael Müller (4.). Der Türkische SC bestimmte zunächst das Geschehen in der Gebrüder-Grimm-Halle, war technisch stärker, doch die Germania hielt mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und leidenschaftlichem Einsatz dagegen. Gerade wenn die Germanen schnell umschalteten und ihre Konter vortrugen, machte die Hintermannschaft des TSC nicht immer den sichersten Eindruck. In der zweiten Halbzeit wurde die Partie hektischer und die Zuschauer bekamen viele Torszenen zu sehen. Beide Teams hatten bei Lattenschüssen durch Jussef Chamlali (18.) und Michael Müller (19.) die Chance, in Führung zu gehen. Für die Entscheidung sorgte schließlich Michael Müller mit einem Doppelpack zum 3:1 in der Schlussminute. Er war es auch, der mit neun Treffern bester Torschütze des Turniers wurde. Zum besten Schlussmann wurde Stefan Lappe, ebenfalls von Germania Hamm, gewählt. 14 Sekunden vor dem Ende sah Erol Akyüz wegen Schiedsrichterbeleidigung noch die einzige Rote Karte des Turniers.
„Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Turnier zufrieden. Wir haben faire Spiele gesehen und niemand hat sich ernsthaft verletzt. Die Zuschauerzahlen hätten dafür etwas besser sein können, aber viel Leute wussten gar nicht, dass das Turnier stattfindet“, erklärte Ludwig Dieckmann, zusammen mit Stefan Adamidis Abteilungsleiter bei den Alten Herren des SVA Bockum-Hövel. „Die vier besten Mannschaften haben auch verdient im Halbfinale gestanden, wogegen das Abschneiden des SVA ein bisschen enttäuschend war. Da hatten wir uns mehr ausgerechnet, aber man kann nicht immer gewinnen.“
Für das nächste Jahr plant Ludwig Dieckmann einige Änderungen im Turnierablauf. So soll wieder eine Ü 50-Konkurrenz stattfinden, die in diesem Jahr nach der kurzfristigen Absage zweier Mannschaften ausgefallen ist. Auch ein neuer Hauptsponsor muss gefunden werden, nachdem der alte dem SVA Bockum-Hövel das Ende seines Engagements erst wenige Wochen vor dem Turnier mitteilte. „Wir wollen eventuell auch überkreislich mit 24 Mannschaften über drei Tage spielen und Vereine wie Herbern oder Stockum einladen, weil auch in diesem Jahr wieder Vereine aus Hamm abgesagt haben.“ St
